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Freitag, 30. Juli 2010
 
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Verdienst von Impfungen

Impfungen – wertvoll für den Einzelnen und die Gemeinschaft

Seit der Entwicklung des ersten Tollwut-Impfstoffes im Jahre 1881 durch den Franzosen Louis Pasteur tragen Impfungen einen wichtigen Teil dazu bei, Infektionskrankheiten einzudämmen oder sogar auszurotten. Noch Anfang der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben Pocken weltweit rund 50 Millionen Krankheitsfälle verursacht. Oftmals waren die Konsequenzen schwerwiegend, war die Erkrankung doch mit den Mitteln der Medizin kaum zu behandeln. 30 Prozent aller Infizierten starben. Die Überlebenden trugen häufig schwere Narben davon oder erblindeten. Durch umfangreiche Impfkampagnen gelang es der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 30 Jahre später, die Krankheit vollständig auszurotten. Ähnlich erfolgreich verliefen Impfkampagnen gegen die Kinderlähmung: Verzeichnete die WHO im Jahr 1988 weltweit noch 350.000 Fälle, waren es 20 Jahre später weniger als 1.700. Unter dem Motto „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ wurde auch in Deutschland für die Impfung geworben. Mit durchschlagendem Erfolg. Hierzulande verzeichneten die Behörden den letzten Erkrankungsfall im Jahr 1992. Seit einigen Jahren gilt die Kinderlähmung in ganz Europa als ausgerottet. Viele andere Infektionskrankheiten wie Masern oder Diphtherie wurden durch Impfungen ähnlich erfolgreich eingedämmt, wie die folgende Grafik zeigt.

Impfungen können Epidemien verhindern und schwerwiegenden Folgen einer Infektionskrankheit vorbeugen

Über den Schutz des Einzelnen hinaus verhindern Impfungen, dass sich eine Infektionskrankheit in der ganzen Bevölkerung ausbreitet. Diese Eigenschaft wird Herdenimmunität genannt und setzt hohe Impfraten in einer Gemeinschaft voraus. Sind beispielsweise rund 90 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geschützt, kann sich die Erkrankung nicht mehr verbreiten. Der Grund: Viel weniger Menschen stecken sich an und geben den Erreger weiter – so endet ein Masernausbruch oftmals, bevor er richtig begonnen hat. Auf diese Weise profitieren auch Personen, die sich nicht impfen lassen können, weil beispielsweise gesundheitliche Gründe dagegen sprechen. Viele Impfungen bewahren zudem vor gefährlichen Folgeerkrankungen einer Infektionskrankheit – auch hier soll ein Beispiel den Zusammenhang verdeutlichen: Eine Grippeerkrankung schwächt die körperliche Abwehr. Weitere Erreger können eindringen und sich schneller ausbreiten. So entwickelt sich im Verlauf einer Grippe oftmals auch eine Mittelohr- oder sogar eine Lungenentzündung, die tödlich verlaufen kann. Wehrt das durch die Impfung aktivierte Immunsystem die Grippeviren jedoch ab, verhindert es dadurch auch mögliche Folgeerkrankungen.

Impfungen – Opfer des eigenen Erfolges

Viele Infektionskrankheiten, gegen die geimpft werden kann, kommen heute kaum noch vor. Die mit ihnen verbundenen Gefahren schwinden zunehmend aus dem öffentlichen Bewusstsein. Manche Menschen verzichten daher darauf, sich impfen zu lassen. Diese Impfmüdigkeit kann fatale Folgen haben, denn Erkrankungen können jederzeit aus anderen Ländern wieder eingeschleppt werden. So warnt die WHO vor einer Einschleppung von Polio aus den verbliebenen Polioendemiegebieten (Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan) nach Europa. Auch die in Deutschland fast schon besiegt geglaubten Masern erleben derzeit eine ungeahnte Renaissance. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 1.749 Masernfälle gemeldet. 95 erkrankte Kinder mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden, zwei starben. Solange die Masern und andere Erkrankungen in Deutschland noch vorkommen können, ist auch eine Impfung dagegen sinnvoll.

Zukünftige Impfungen werden es bald ermöglichen noch viele weitere Erkrankungen zu vermeiden

Bereits heute kann ein durch Impfungen angeregtes Immunsystem zahlreichen viralen und bakteriellen Erkrankungen vorbeugen. Es gibt Impfstoffe, die vor einer durch Viren ausgelösten Krebserkrankung schützen können. Ein weiteres neues Konzept verhindert bei Virusträgern eine mögliche Reaktivierung des Virus durch Stärkung des Immunschutzes. In der Entwicklung befinden sich auch Impfstoffe gegen wichtige parasitäre Erkrankungen wie Malaria. Zudem wird vermehrt an Impfstoffen geforscht, die therapeutisch eingesetzt werden können. Wissenschaftler arbeiten derzeit beispielsweise an solchen therapeutischen Impfungen für Alzheimer und Lungenkrebs.

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